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Die autonome Region Navarra im Norden Spaniens, eingebettet zwischen den Pyrenäen und Ebrotal, gehört zu den reizvollsten und abwechslungsreichsten Landstrichen Spaniens. Kulturelles, wirtschaftliches und geographisches Zentrum der Region ist die fruchtbare Hochebene um die Landeshauptstadt Pamplona, in dessen Süden sich ein weinreiches Hügelland zum Ebro hinzieht. Im Zentrum und im Süden der Region konzentrieren sich die fünf Weinbau-Subzonen der D.O. Navarra.
Navarra gehört zusammen mit einigen anderen spanischen Weinbaugebieten zu den ältesten Weinbauregionen der Welt. Funde von Geräten und Trinkgefäßen lassen vermuten, dass hier schon vor der Zeit der römischen Besatzung Weinbau getrieben wurde. Durch die Römer erlebte der Weinbau in der Navarra die erste große Blüte. Heute noch kann man in Ortschaften wie Funes, Liedena, Falces oder Arellano Überreste römischer Weinkeller aus dem 1. Jahrhundert nach Christus besichtigen.
Während der maurischen Besatzung (8. - 11.Jahrhundert) ging der Weinbau stark zurück, ohne jedoch völlig aus der Landschaft zu verschwinden. Zu einer regelrechten Glanzzeit kam der Weinbau in der Navarra schließlich in der Zeit nach der Reconquista (ab dem 13. Jahrhundert), der Rückeroberung Spaniens durch die Christen. Im Mittelalter galt Navarra als Land der Weingärten und des Weines, Navarra wurde erstmals zum großen Weinexporteur.
Die Dynastie der Teobaldos, die aus der französischen Champagne kamen und lange Zeit die navarresischen Könige stellten, brachten den vertjus, ein weinähnliches Getränk aus unreifen Trauben. Berühmt war auch der tiefrote vino vermeyllo, der überall in den mittelalterlichen Burgen Europas großen Zuspruch fand.
Die große Nachfrage an Wein zog schließlich ein Überangebot nach sich, aus dem wohl der erste "Weinsee" der Welt entstand: Im 17. Jahrhundert wurden Gesetze erlassen, nach denen die Neuanlage von Weinbergen bestraft werden konnten. Damals verteuerte sich Getreide und Brot, weil der Weinbau riesige Flächen in Beschlag nahm, die für die Getreideproduktion der Region fehlten. Nach Überlieferungen namen die damaligen Weinüberschüsse ein derartiges Ausmaß an, dass man beim Kirchenbau zum Anmischen des Zements Wein statt Wasser benutzte.
Die folgen der Reblaus in Frankreich des ausgehenden 19.Jahrhunderts brachten Navarra die Zeit der größten Blüte. Durch die Vernichtung der französischen Weinberge sahen sich die Franzosen gezwungen, große Weinmengen zu importieren, die zum überwiegenden Teil aus Nordspanien geholt wurden. Dieser Boom führte in Navarra zu einer erneuten Ausdehnung der Anbaufläche, die ersten großen Bodegas, die zum Teil bis heute noch existieren, wurden gegründet.
Der neu gewonnene Wohlstand zerrann nur allzu rasch. Die Reblaus machte auch vor Navarra nicht halt und vernichtete den größten Teil der bestehenden Anlagen von etwa 50.000 Hektar. Die Tradition und Berufung der alteingesessenen Winzer trotzte aber auch dieser Katastrophe. Mit dem Anbau reblaussicherer Pfropfenreben schafften es die Navarra-Winzer, den Weinbau ihrer Region völlig neu aufzubauen.
Wenngleich der Navarra-Weinbau im Mittelalter seine größte Ausdehnung erreichte, so erzielt er heute die Phase seiner höchsten Qualität. Navarra präsentiert heute in seinem
Angebotssortiment eine Mischung aus klassischen Weinen und Neuzüchtungen, die den Wettbewerb mit den besten Weinen der Welt aufnehmen können. Die vielen Auszeichnungen und Medaillen,
die Navarra-Weine in den letzten Jahren bei internationalen Wettbewerben erringen konnten, sind der Beweis dafür.
| Jahrgangstabelle | |
| Jahr | Bewertung |
|---|---|
| 2007 | sehr gut |
| 2006 | sehr gut |
| 2005 | Ausgezeichnet |
| 2004 | Ausgezeichnet |
| 2003 | Gut |
| 2002 | Sehr gut |
| 2001 | Ausgezeichnet |
| 2000 | Sehr gut |