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Das Weinanbaugebiet Rueda liegt in der autonomen Gemeinschaft Kastilien-Léon zwischen den Rotweinregionen Toro im Westen und Ribera del Duero im Osten. Die Landschaft ist weit, offen und dünn besiedelt. Großräumige landwirtschaftliche Flächen werden von kleinen Hainen und einzelnen Baumgruppen unterbrochen. Die Region wird von mehreren Flüssen durchquert, die von Süden kommend in den Duero münden. Die Ost-West-Ausdehnung der Rueda beträgt ca. 80 km, die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt nur ca. 60 km. Im Jahre 1980 wurde dem Weinanbaugebiet der Status einer kontrollierten Herkunftsregion (D.O.) verliehen.
Der Weinanbau in der Region Rueda hat eine mehr als tausendjährige Geschichte. Bereits Alfons VI. von Kastilien hat ihn im 11. Jahrhundert gefördert - wenn er nicht gerade in Sachen Reconquista unterwegs war. Damals stand der Wein der heutigen Region Rueda übrigens in dem Ruf, ein vorzügliches Heilmittel gegen Gicht und verschiedene andere Krankheiten zu sein. Vielleicht wurde auch deshalb im Jahre 1472 ein Gesetz zum Schutz der Reben erlassen, das den Bauern verbot, Weinberge als Weideflächen für ihre Schafe und Ziegen zu nutzen.
Im 17.Jahrhundert waren die unter dem Namen Tierra de Medina (Verdejo) bekannten Weißweine so beliebt, dass sich der spanische Königshof die Hälfte der Produktion reservieren ließ. Allerdings dürften diese Weine geschmacklich dem Sherry näher verwandt gewesen sein als den heutigen Rueda-Erzeugnissen, denn sie wurden vollreif geerntet, oft aufgespritet und einem Alterungsverfahren unterzogen, das dem Solera-System ähnelt.
Im Jahre 1884 wurden dann fast alle Weinberge - und damit eine Rebfläche von immerhin ca. 90.000 Hektar - durch die Reblaus zerstört. Es folgte ein langsamer Wiederaufbau mit den schnell wachsenden Sorten Palomino und Viura. Zudem widmete man sich der in Vergessenheit geratenen, autochthonen Verdejo-Traube und kelterte aus ihr unter Anwendung moderner Vinifikationsmethoden elegante, fruchtbetonte Weine.
Die zentralspanische Hochebene mit ihrer leicht hügeligen Oberfläche prägt das Weinanbaugebiet. Die Weinberge befinden sich auf einer Höhe von 600 bis 800 Metern über dem Meeresspiegel. Die Böden bestehen aus Kalkstein, Kies und Sand. In der Nähe des Duero sowie seiner Nebenflüsse dominieren Kieselgeröll und Kiesböden. Diese Böden verfügen über wenig organische Substanzen. Entsprechend gering ist der Ertrag, den die Rebstöcke erbringen, und entsprechend charaktervoll ist der Wein, der aus ihrem Lesegut entsteht. Die gute Eignung dieser vorwiegend kieshaltigen Böden für den Weinbau gründet auch in ihrer Struktur, die sowohl eine gute Belüftung wie auch eine optimale Bewässerung gewährleistet. Allerdings trifft man in der Rueda auch auf unterschiedliche Arten sogenannter schwerer Böden, die einen höheren Lehmanteil aufweisen.
Es herrscht kontinentales Klima mit kalten, langen Wintern und trockenen, heißen Sommern. Bei einer durchschittlichen Temperatur von 11,5 Grad Celsius weist das Jahr im Mittel etwa 2700 Sonnenstunden auf; die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 300-500 mm. Das harte kontinentale Klima stellt die Rebe vor extreme Anforderungen und zwingt sie zu Höchstleistungen: Während die Niederschläge vor allem im Herbst und im Frühling fallen, muss sie sich in den Sommermonaten an die sehr geringen Niederschlagsmengen anpassen und hat es zudem mit Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht zu tun, die teilweise bis zu 25 Grad Celsius betragen. Letzterer Umstand hat freilich sein Gutes: er sorgt dafür, dass die Säure in den Trauben erhalten bleibt. Da die Ernte im Herbst häufig Hagel und Stürmen ausgesetzt ist und zudem vor allem im Frühjahr Spätfröste die Rebe bedrohen, ist die Erntemenge in der Rueda großen Schwankungen unterworfen.
Berühmt ist die Region für ihre Weißweine, wobei zu beachten ist, dass sich die geschützte Herkunftsbezeichnung
ausschließlich auf Weißweine bezieht. Mit anderen Worten: In der Rueda -
bzw. Kastilien und Leon, vgl. dazu die
Kurznachrichten -
werden auch Rosé- und Rotweine hergestellt, die
D.O. Rueda
dagegen produziert ausnahmslos Weißweine!
Typische Vertreter dieser Weißweine zeichnen sich durch eine anregende Fruchtigkeit, feine Aromen von Anis
und Fenchel sowie einen eleganten Bitterton im Abgang aus. Die vorherrschende Rebsorte der Region ist die
Verdejo, die 45,7% der
Rebfläche einnimmt. Spricht man - bei Weinen der geschützten Herkunftsregion -
von einem "Rueda", so müssen mindestens 50% Verdejo enthalten sein, bei einem
"Rueda-Verdejo" sind es 85%. Allerdings entscheiden sich die meisten Winzer
ohnehin dafür, sortenreine Verdejo-Weine auf den Markt zu bringen.
Ist dies nicht der Fall, so handelt es sich bei der ergänzenden Rebsorte fast immer um
Viura. Daneben ist
noch die weiße Palomino-Traube zugelassen und auch
Sauvignon Blanc
wird seit den 70er Jahren angebaut. Die Bandbreite der aus Sauvignon Blanc gekelterten
Weine der Region reicht von eleganten und charaktervollen Weinen mit blumigen Noten bis hin zu öligen Tropfen
mit Aromen von tropischen Früchten. Auch
Sauvignon Blanc-Weine
werden zumeist reinsortig ausgebaut.
Kulinarische Genüsse
Weißweine aus der Rueda sind exzellente Essensbegleiter. Dank ihrer moderaten Säure
verändern sie nicht den Geschmack der Speisen, ganz im Gegenteil: die sanften Fruchtnoten verstärken den
Eigengeschmack der Gerichte. Vorzüglich passen sie zu hellem Fleisch, Salaten und Meeresfrüchten, harmonieren
aber auch glänzend mit kalten oder warmen Speisen, die mit Nüssen, Mandeln oder Kräutern wie Thymian und
Rosmarin zubereitet werden.

| Jahrgangstabelle | |
|---|---|
| Jahr | Bewertung |
| 2007 | Sehr Gut |
| 2006 | Sehr Gut |
| 2005 | Sehr Gut |
| 2004 | Sehr Gut |
| 2003 | Sehr Gut |
| 2002 | Gut |
| 2001 | Gut |
| 2000 | Sehr Gut |
| 1999 | Sehr Gut |