


| MERKZETTEL >> | Anmelden >> |
|
KASSE UND WARENKORB >> |
Ihr Warenkorb enthält 0 Artikel Gesamtpreis 0,00 € |
Wenn man von Süden kommend auf das Weingebiet Somontano zufährt, bietet sich ein imposantes Bild. In der Ferne türmen sich die Bergriesen der Pyrenäen auf, davor die verschiedenen Vorgebirge und schließlich ein nach Norden ansteigendes, mit immer mehr Bergen und Felsen durchsetztes Plateau, das sich Somontano nennt. Das Gebiet liegt zwischen den Bergen und dem Ebrotal in der Provinz Huesca. Die Landschaft ist voller Kontraste, der Süden nur sanft hügelig, mit vielen Weinbergen und Getreide bepflanzt, der Norden mit schroffen Felsenlandschaften, steilen Tälern und Schluchten sowie einigen malerischen Dörfern, die sich zum Schutz gegen die Winde aus den Pyrenäen an die Bergrücken drücken. Somontano heißt ‘unter dem Gebirge’ oder ‘am Fuße des Gebirges’. Wie man sich vorstellen kann, ist das Gebiet der Denominación de Origen (D.O.) Somontano nicht das einzige, welches diesen Namen trägt. Schon in der von Sierras durchzogenen autonomen Region Aragón gibt es eine ganze Handvoll Landschaften, die den Beinamen Somontano tragen.
Neben dem Wein wird viel Winterkorn gepflanzt. Ein Großteil des Somontano kann für den Ackerbau nur beschränkt genutzt werden. Wo die Landschaft unwegsamer wird, stehen Oliven- und Mandelbäume. Der auffälligste Blickfang im südlichen Teil des Gebietes bei Barbastro ist eine von Weinbergen umgebene, weithin sichtbare Bergkuppe mit dem Monasterio del Pueyo, das als eine Art Wahrzeichen der Stadt und des Gebietes gelten kann. Die Kleinstadt Barbastro ist das wirtschaftliche Zentrum des Somontano. Als Marktplatz war die Stadt jahrhundertelang berühmt. Die gute Verkehrsanbindung förderte den Handel. Besonders gefragt waren die Pferde aus den Pyrenäen-Tälern, die hier zum Verkauf angeboten wurden. Heute ist Barbastro Sitz des Kontrollausschußes der D.O. Somontano. Ein Großteil der Rebfläche konzentriert sich auf die nähere Umgebung. Das Weingebiet umfasst 43 Gemeinden, die sich hauptsächlich auf den Kreisbezirk Somontano konzentrieren. Knapp 4.730 Hektar stehen unter Reben und eingetragen als D.O. Fläche.
Die Geschichte des Gebietes verliert sich in der Prähistorik. Die ersten Hinweise auf Weinbau stammen
aus vorchristlicher Zeit. Im Ebrotal wurden schon 500 v.Chr. Reben gepflanzt. Im Somontano
begann der Weinbau nur wenig später. Barbastro, das Zentrum
der D.O., wurde an einer Kreuzung römischer Straßen errichtet, und so waren es die Römer,
die mit ihrer fortschrittlichen Technik den Weinbau systematisch förderten.
Die Mauren
stießen zwar nicht weit in das Bergebiet vor, verdrängten aber die Karolinger
aus dem zur Grafschaft Sobrarbe gehörenden Somontano und machten aus Barbastro
ein blühendes Handelszentrum. Über 300 Jahre war die Gegend Frontgebiet. Die Geschichte erzählt von wechselnden Bündnissen, von Belagerungen und einem ständigen militärischen
Hin und Her. 1100 wurde Barbastro endgültig christlich, was zur Folge hatte , dass sich eine Reihe von Klosterorden niederließ, die ihrerseits dem Weinbau
zu einer neuen Blüte verhalfen. Im 19. Jahrhundert erfuhr das Weingebiet Somontano, wie auch andere Weingebiete im Norden des
Landes, einen bedeutenden Aufschwung durch die abrupt ansteigende Nachfrage aus Frankreich, dessen Weinwirtschaft unter den verheerenden Auswirkungen der
Reblauskatastrophe litt.
Die Anbaufläche wurde bedeutend ausgeweitet. Im Zuge dieses Booms gründete eine französische Familie ein Weingut, das bis heute besteht
(Bodegas Lalanne gegründet 1842).
Die Böden nördlich und östlich von Barbastro, wo sich der ein Großteil der Rebfläche befindet, sind nicht sehr tief. Abgesehen von Schwemmlandterrain, das sich an den Ufern des Vero findet, hat man eine Erdschicht von 40-50 cm. Es handelt sich um lockere, durchlässige Böden von bräunlicher Farbe, durchzogen von Kalkfelsen. Der Sandanteil ist an vielen Stellen sehr hoch. Nur im unteren Teil der D.O. finden sich tiefere und festere Erdschichten, die einen höheren Lehmanteil aufweisen. Das Gebiet ist von Norden nach Süden von kleineren Bachläufen durchzogen, die im Frühjahr Schmelzwasser in den tiefergelegenen und trockeneren Teilbereich führen.
Ein den Pyrenäen vorgelagerter Berggürtel schützt das Weingebiet vor den eisigen Winden des Hochgebirges. Die D.O. Somontano liegt nur 350-650 Meter über dem Meeresspiegel. Das Klima ist gemäßigt kontinental mit kalten Wintern, ohne jedoch die sehr tiefen Werte zu erreichen, die im Rest von Aragón üblich sind. Die Sommer sind trocken und warm mit großem Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht im den Monaten Juni und November. Die Durchschnittstemperatur beträgt 11 Grad. Rund 2.700 Sonnenstunden im Jahr zählt das Gebiet. Es fällt im Durchschnitt 500 mm Regen, wobei die Niederschläge von Norden nach Süden und von Westen nach Osten abnehmen. Das Gros der Niederschläge fällt im Frühjahr und Winter. Somontano hat das ausgeglichenste Klima aller Weingebiete in Aragón.
Bis in die späten achtziger Jahre produzierte das Gebiet vorwiegend Fassweine, die im Umland konsumiert wurden. 1986 wurde von der Gesellschaft zur landwirtschaftlichen und sozialen Förderung Aragóns ein Weingut gegründet, um die Möglichkeiten des Somontano auszuschöpfen und mit gebietsfremden Rebsorten zu experimentieren. Daraus folgte, dass die Restrukturierung der Weinberge, die von einer großen Genossenschaft schon Jahre vorher begonnen worden war, entscheidend beschleunigt wurde. So kam es, dass die junge D.O. Somontano zunächst durch Sortenweine wie Chardonnay, Gewürztraminer oder Chenin blanc bekannt wurde. Mit dem neuen Reglement ist inzwischen die Verwendung von Chenin blanc, Riesling oder auch Sauvignon Blanc untersagt worden. 2008 entfielen 80 Prozent der Gesamternte auf rote Trauben. Die D.O. Somontano produziert heute hauptsächlich Rotweine sowie eine kleine Menge Rosado und Weißweine, die vorwiegend sortenrein vermarktet werden. Alle D.O. Weine müssen auf Flasche gefüllt werden. Der Weinstil ist eindeutig als modern zu bezeichnen. Die Weine sind im Allgemeinen fruchtbetont und von sehr sauberer Qualität.
Touristische Tipps
Die Attraktivität des Weingebietes und seiner Umgebung beruht zweifellos auf den Landschaften des Pyrenäen-Vorlandes,
welches einen Teil des nördlichen Somontano einnimmt. Spektakuläre Schluchten, in denen Wildwassersport
betrieben werden kann, sowie viele lohnende Kletterziele finden sich in den nahe gelegenen Bergen. Besonders malerisch ist der Nationalpark
Sierra de Guara,
nordwestlich von Barbastro, mit Gipfeln, die eine Höhe von
über 2.000 Metern erreichen. Im ganzen nördlichen Somontano finden sich archäologische Fundstätten und prähistorische Malereien.
Nicht weniger interessant sind die Bergdörfer, wie beispielsweise der Ort
Alquézar.
Eine ursprünglich arabische Festung thront über dem Weindorf, dessen Häuser gleichsam am Fels zu hängen scheinen. Der nahezu unveränderte historische Ortskern mit winkeligen
Gassen und die sehenswerte Plaza Mayor sind beeindruckend.
Ein Muss ist außerdem die fast tausendjährige Dorfkirche mit ihrem kleinen Museum. Weiter im Osten lohnt das Städtchen Graus einen Besuch.
Auch hier zeigt sich die alte Baustruktur des Zentrums unverändert und es finden sich eine ganze Anzahl von Adelshäusern und kleinen Palästen.
Barbastro hat seinen mittelalterlichen Charme ebenso bewahrt. Man sollte einen Spaziergang durch den alten Teil unternehmen. Die spätgotische
Kathedrale, das Rathaus und der Palast des Erzbischoffes lohnen einen Besuch. Wer die Anfahrt über
Navarra
unternimmt, dem bietet sich die Gelegenheit, einen Abstecher zum berühmten Bergkloster
San Juan de la Peña,
eines der historischen Zentren des christlichen Widerstandes gegen die
Mauren,
zu unternehmen, sowie eine der wichtigsten romanischen Burganlagen des Landes, das
Castillo de Loarre,
zu besichtigen.
Kulinarische Genüsse
Die Gastronomie Aragons ist ländlich. An Gemüsen werden hauptsächlich rote Paprika und Tomaten verwendet, welche die Basisfür die bekannte
Chilindrón-Soße bilden. Im Gebiet der D.O. Somontano wird hauptsächlich Lamm und Schwein zubereitet.
Das Lamm aus Aragón, ‘Ternasco’ genannt, ist in ganz Spanien berühmt für seine
Qualität und besitzt eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Eine Spezialität, die überall in Barbastro abgeboten wird sind die
‘Chiritas’, mit Reis und Fleisch gefüllter Darm. Hinzu kommen die Knoblauchsuppe und die ‘Migas a la Pastora’,
gebratene Brotkrumen mit Speck und Ei. Typisch sind zudem ‘Tortetas’, eine Blutwurstvariante, die gebraten sehr gut schmeckt,
die ‘Longaniza’, eine schlanke Chorizo-Art ohne Paprika und natürlich die Forellen aus den Bergen. Tradition überall in
Aragón sind Schnecken, die man auch im Somontano in verschiedenen Rezepten findet, wie beispielsweise mit Pilzen oder mit
Berghase.

| Jahrgangstabelle | |
|---|---|
| Jahr | Bewertung |
| 2008 | Sehr Gut |
| 2007 | Ausgezeichnet |
| 2006 | Ausgezeichnet |
| 2005 | Ausgezeichnet |
| 2004 | Sehr Gut |
| 2003 | Sehr Gut |
| 2002 | Sehr Gut |
| 2001 | Ausgezeichnet |
| 2000 | Gut |