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Sehr geehrte Weinfreunde,
irgendwann sind sie vielleicht auch Ihnen schon mal auf die Nerven gegangen: Weinexperten.
Diese Gattung, die sich übrigenseiner stetig zunehmenden Artenvielfalt erfreuen darf,
lässt sichzunächst, grob und ohne Anspruch auf Wissenschaftlichkeit in zwei Kategorien unterteilen.
Zum einen gibt es da die ausgewiesenen Experten, die manchmal sogar mit einem Zertifikat wedeln können:
Sommeliers, Önologen und Kellereibesitzer lassen sich hier als Beispiele anführen. Zum anderen findet
sich aber auch die Kategorie der selbsternannten Experten, deren Exemplare natürlich weitaus häufiger
anzutreffen sind. Klassische Vertreter dieser Spezies sind Männer in reiferen Jahren, die insbesondere
in Gegenwart jüngerer Damen dazu neigen, ihre profunden Fachkenntnisse auch ungefragt preiszugeben.
Ohne Zweifel ist das Gefahrenpotential, dass von der letzteren Kategorie ausgeht, als ungleich höher
einzustufen. Aber man kannsich schützen, und zwar durch die Lektüre einer
Dissertation mit dem – zugegebenermaßen drögen –Titel
"Taste: A Study in the Representation of Chemical Substances in the Arena of Consciousness".
Darin wird nachgewiesen, was viele Weinfreunde vielleicht schon immer geahnt haben: dass es nämlich um
die Objektivität der Expertengattung nicht immer zum Besten bestellt ist. Nun ist zwar unsere
Einleitungsseite zu kurz, um einige der pikantesten Ergebnisse dieser Studie wiederzugeben –
auf unserer Internetseite werden wir demnächst etwas genauere Informationen zur Verfügung stellen können -,
aber ein Beispiel wollen wir Ihnen dennoch nicht vorenthalten. Anlässlich einer von vielen Verkostungen,
die der Verfasser der Studie, Frédéric Brochet,veranstaltete, kredenzte er einer
Runde ausgewiesener Experten einen Weißwein, der recht typische Beschreibungen hervorrief:
":frisch, trocken, lebendig und mit Honignoten". Einige Zeit späterkam derselbe Wein erneut
auf den Tisch, allerdings rot gefärbt. Das Urteil der nichtsahnenden Experten:
"intensiv, würzig, geschmeidig, tief".
Sic transit gloria mundi, wenn das mal
nicht klassisches Rotwein-Vokabular ist.
Heißt das aber nun, dass man auf das Urteil auch ausgewiesener Experten nichts mehr geben sollte?
Mitnichten, und auch Brochet selbst kommt keineswegs zu einer solchen
Schlussfolgerung. Aber ein wenig Respektlosigkeit kann nie schaden, nebst dem Vertrauen in die
eigenen Geschmacksknospen. Und wenn Sie dann noch den Informationen der folgenden Seiten
Vertrauen schenken, sind Sie auf der sicheren Seite. Das belegt die entzückte Äußerung
einer unserer qualifizierten Mitarbeiterinnen bei der letzten hausinternen Verkostung:
"Das sind doch alles Weißwein-Aromen, ey, das ist verrückt, oder? Was wir jetzt haben,
sind alles typische Weißwein-Aromen." Auf dem Tisch stand übrigens ein Rotwein.
Brochet hätte keine Chance.
Zum Wohle! Ihr Rioja-Weinspezialisten-Team
Sehr geehrte Weinfreunde,
sie sind die Gralshüter des qualifizierten und geschützten Ursprungsgebiets Rioja,
die Damen und Herren des
Consejo Regulador de la Denominación Calificada Rioja,
des gestrengen Kontrollrats der noch immer berühmtesten Weinbauregion Spaniens. Unermüdlich wachen sie
darüber, dass Geist und Buchstabe der Satzung der Herkunftsbezeichnung eingehalten werden und garantieren
so dem Verbraucher, dass nur solche Weine das begehrte Etikett
"D.O.Ca. Rioja" erhalten, die die hohen Ansprüche dieser Satzung
hinsichtlich Anbau, Herstellung, Abfüllung und Vermarktung auch tatsächlich erfüllen.
Nun gehören Gralshüter qua Profession nicht zu einem Menschenschlag, der sein Fähnchen gerne in den Wind hängt.
Das Wort bringt es schon zum Ausdruck: man hütet, erhält und wacht über das Bewährte. Man ist konservativ und
schüttelt sich innerlich ein wenig, wenn man veränderten Umständen schließlich doch Tribut zollen muss. So
geschehen im Januar des Jahres 2007: Der Kontrollrat hat sich geschüttelt, und heraus kam dabei eine Veränderung
des Rebsortenspiegels. Die erste übrigens seit 82 Jahren, und eine spektakuläre dazu: Gab es bisher nur sieben
zugelassene Rebsorten, so sind es nun 16. Hinzugekommen sind - nach einem jahrelangem Entscheidungsprozess - sechs
weiße und drei rote Sorten. Man kann natürlich dessen gewiss sein, dass nicht jeder mit der Auswahl des Kontrollrats
glücklich geworden ist.
So wird am 12. Januar dieses Jahres das Grummeln der Fraktion der Cabernet-Sauvignon-Befürworter
wahrscheinlich riojaweit zu hören gewesen sein, während umgekehrt die riojanische ABC-Brigade
(anything but Chardonnay)
auch zum Jahresausklang ihre Magenschmerzen noch nicht losgeworden sein dürfte.
Aber hier ist nicht der Ort, jede Feinheit des veränderten Rebsortenspiegels auszudiskutieren. Stattdessen
möchten wir unser Augenmerk auf die für Liebhaber seltener und hochwertiger Rotweine interessanteste
Neuzulassung richten: die Rebsorte
Maturana Tinta.
Der Bestand dieser
autochthonen
spanischen Varietät, die farbkräftige, elegant strukturierte und hocharomatische Weine erbringt, welche
häufig pfeffrige Nuancen aufweisen, war in jüngster Zeit auf gerade einmal 20 Rebstöcke zusammengeschrumpft.
Es verwundert also nicht, dass der Kontrollrat sich nachgerade gezwungen sah, zu handeln. Gehandelt hat,
in Zusammenarbeit mit dem Consejo Regulador, auch
Bodegas Ijalba.
Wenn Sie diesen Katalog aufmerksam durchblättern, werden Sie feststellen, dass wir den weltweit einzigen reinsortigen
Maturana Tinta
in unser Programm aufgenommen haben, den
Dionisio Ruiz Ijalba. Und der hat die Hoffnungen, die man in
den Erhalt dieser Rebsorte setzt, nicht enttäuscht: Goldmedaillen in Paris und London geben davon schon jetzt Zeugnis ab.
Zum Wohle! Ihr Rioja-Weinspezialisten-Team