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Man liest es des öfteren: Bodegas X ist ein echtes Familienunternehmen, Bodegas Y auch, von Bodegas Z ganz zu schweigen... Zugestanden also, es handelt sich nicht unbedingt um ein außergewöhnliches Phänomen, aber dennoch sei gesagt: bei Bodegas Valsacro handelt es sich um ein echtes Familienunternehmen. Oder genauer: um den jüngsten, ambitioniertesten unternehmerischen Spross der Familie Escudero, deren Abenteuer in Sachen Weinherstellung, mit dem Jahre 1858 beginnt und sich über vier Generationen erstreckt. Heutzutage verfügt man über zwei Kellereien in der Rioja, widmet sich einem dritten Projekt in der Navarra, nennt 130 Hektar Weinberge sein eigen und erzeugt, rechnet man Bodegas Escudero hinzu, jährlich etwa 550000 Flaschen Wein.
Dass über die Jahre der Enthusiasmus nicht verloren gegangen ist, zeigt gerade Bodegas Valsacro in Pradejón, der das Attribut "Familienunternehmen" in Fett- und Kursivschrift beigefügt werden sollte: Idee und technisches Konzept des Kellereigebäudes stammen von Amador Escudero, dem verantwortlichen Önologen; seine Schwester Maria Angeles Escudero, Verwaltungsdirektorin und zugleich ausgebildete Ingenieurin, zeichnet für die architektonische Leitung; Leiter der baulichen Duchführung war Jesús Escudero, der, ebenfalls Önologe, sich auch um die tägliche Arbeit in den Weinbergen kümmert. In diesen Weinbergen wachsen und gedeihen Rebstöcke, die mittlerweile stolze 80 bis 100 Jahre alt sind und von Amadors Großvater gepflanzt wurden. Der vierte Mitarbeiter aus dem Familienbunde mithin, auch wenn er dies kaum geahnt haben dürfte!
Die familiäre Sorgfalt beschränkte sich nicht nur auf den Bau des Kellereigebäudes. Bodegas Valsacro soll nach dem Willen ihrer Macher Weine von ′Chateau-Qualität′ herstellen und hat diese Fähigkeit inzwischen eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie verdankt sich einer Reihe von Faktoren: Der Hektarertrag wird äußerst niedrig gehalten; die Rebstöcke, die ausschließlich mit Naturdünger in Kontakt kommen, wachsen auf einem nährstoffarmen, stark kalkhaltigen Boden, der sich in 700 Meter Höhe günstigster klimatischer Verhältnisse mit langen Sonnentagen und kühlen Nächten erfreut. Es wird - stets in den frühen Morgenstunden - von Hand gelesen und bereits im Weinberg erstmals selektiert, wobei die hohe Qualität des Lesegutes ermöglicht, erst Anfang Oktober mit der Ernte zu beginnen. Bodegas Valsacro setzt zudem, um aus den ohnehin schon hochwertigen Trauben ein Maximum an Aromastoffen, Tannin und Farbe zu gewinnnen, auf eine 30 Tage währende Maischestandzeit. Und, und, und. Kurz gesagt: Ein einziger Verhätschelungsprozess vom Weinberg bis zu dem Augenblick, da der Wein seinen Weg zu den zwangsläufig beeindruckten Endverbrauchern nimmt. Unter denen befand sich übrigens auch schon der wertvollste Gaumen des Universums: Kritikergott Parker hat unterdes seine Punkte geschleudert wie weiland Zeus seine Blitze. Recht so.
Von Weinschläuchen und Ziegenböcken
Wenn man sich das Logo von Bodegas Escudero einmal genauer betrachtet, stellt sich
Verwunderung ein: Eine Weinpresse wird da noch von Hand bedient, nichts ungewöhnliches eigentlich für die
traditionsbewussten Spanier, aber warum muss denn da ausgerechnet ein Ziegenbock Hand anlegen? Das Geheimnis
geht auf den Gründer der Kellerei, Juan Escudero, zurück; zunächst bestand seine
Bodega nur aus einer steinernen Presse und sechs Eichenholzfässern. Um die umliegenden
Dörfer zu versorgen, wurde der Wein vor Ort in Ziegenhäuten abgefüllt und in Bauernschänken angeboten.
Auf diesem Weg hat sich der Ziegenbock in das Logo eingeschlichen. Allerdings sind die sittlich-ländlichen
Gebräuche modernen Formen der Weinbereitung gewichen, so dass heutzutage selbst der verwöhnteste Weinkenner
nicht meckern kann.
Weinnase und Motor des Familienunternehmens ist der Önologe Amador Escudero. Seine Weine entzückten den ′Weinpapst′ Parker bis zu satten 96 Punkten Höchstbewertung.
Die Einzellage Cuesta la Reina (60 Hektar), liegt am Südhang des Monte Yerga auf steinigen und lehmhaltigen Böden, mit hohen Kalkgehalt. Geringer Niederschlag und viele Sonnenstunden garantiert den Trauben einen optimalen Reifegrad.














