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Seit vier Generationen widmet man sich in der Bodegas Vinyes d′en Gabriel nun hingebungsvoll der Erzeugung von Wein. Und dann entscheidet sich Josep Anguera, auf eine Sonderform des biologischen Weinbaus umzustellen: den biodynamischen Weinbau. Die Philosophie dahinter lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: Höchste Qualität im Einklang von Mensch und Natur. Aber was bedeutet das für die tägliche Arbeit und wie sehen die Auswirkungen auf das Endprodukt - den Wein - aus? Genauer gefragt: Kann man biodynamischen Weinbau schmecken?
Der zentrale Gedanke des biodynamischen Weinbaus ist, dass der Anbau ausschließlich auf biologischen, nicht auf künstlichen Kräften und Verfahren beruhen sollte. Und deshalb hört Josep Anguera auf die Erde ... Er duldet keinerlei Einsatz von Chemie beim Anbau und Ausbau von Wein, vielmehr verwendet er ausschließlich organische Düngemittel in homöopathischen Dosen. Ziel ist es, möglichst wenig Betriebsmittel von außen an der Erzeugung des Weines mitwirken zu lassen. Neben den für die Entwicklung der Pflanzen äußerst wichtigen Mondphasen hat letztendlich aber auch die höchst irdische, händische Ernte der Trauben Einfluss auf die Güte des Weines. Die Philosphie der Biodynamik durchdringt bei Bodegas Vinyes d′en Gabriel also den gesamten Arbeitsprozess.
Es entstehen Weine, die die Authentizität und Individualität der Trauben, der Rebstöcke und des Bodens unterstreichen und somit den Charakter des Landes und der dort wirkenden Bodega widerspiegeln. Josep Anguera beweist, dass er auf diese Weise erstklassige und einzigartige Weine erschaffen kann. Gemäß seiner Philosophie sind folgende Worte nicht nur poetisch, sondern durchaus ernst gemeint:
"Wenn wir unsere Weine genießen, dann ist das wie ein Spaziergang durch unser Land. Die Aromen des Weines führen uns vorbei an den wilden Rosen, durch den Wald zu den wilden Früchten, die unsere Weinberge säumen ...".
Man kann ihn also wirklich schmecken, den biodynamischen Weinbau. Insofern sollte Josep auf alle Fälle weiter auf die Erde hören ...
Uralte Rebstöcke bei Bodegas Vinyes d′en Gabriel
Zwei wesentliche Dinge zeichnen die Bodegas Vinyes d′en Gabriel aus:
Alte Reben und fortschrittliche Anbaumethoden. Die Kellerei profitiert von seinem Erbe aus dem Herkunftsgebiet
Montsant: Zwischen 30 und 90 Jahre alte
Carineña-, zwischen
15 und 80 Jahre alte Garnacha- und bis zu 15 Jahre alte
Syrah-Trauben. Sie wachsen zwischen 125 bis 200 Meter über dem Meeresspiegel.
Auf völlig unterschiedlichen Böden: kalkhaltig, lehmig, sandig, usw. Die unmittelbare Nähe des Meeres, der nicht besonders großzügige
Niederschlag sowie der Wärmeunterschied zwischen Tag und Nacht sind zusammen ideale Rahmenbedingungen für die Kultivierung von
Qualitätstrauben. Den alten Weinkeller von Bodegas Vinyes d′en Gabriel hat man zur Weiterbereitung solch wertvoller Trauben entsprechend
modernisiert. Nächstes Ziel ist es nun, den aktuell schon eingeführten und betriebenen biodynamischen Weinbau zur Zertifizierungsreife zu
führen.
Josep Maria Anguera ist der Weinmacher und Inhaber von Bodegas Vinyes d′en Gabriel in Montsant (Katalonien).
In seinen Weinbergen wachsen teils sehr alte Rebstöcke die bis zu 90 Jahre alt sind.
Der Inhaber und Weinmacher von Bodegas Vinyes d′en Gabriel Josep Maria Anguera Asens in seinem Weinberg.