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Um Wein mit Genuss verkosten zu können, muss man weder in die Mysterien einer Geheimwissenschaft eingeweiht sein, noch bedarf es dazu zwangsläufig eines gesetzten Alters und eines Mienenspiels, das irgendwo zwischen Komik und Grauen anzusiedeln wäre. Im Gegenteil ist diese Annäherung an und Auseinandersetzung mit Wein durchaus erlernbar - ohne dass das Vergnügen dabei zu kurz kommen muss.
Die der Weinverkostung zugrunde liegenden Prinzipien der Sensorik, die wir Ihnen im folgenden vorstellen möchten, lassen sich in wenige einfache Schritte unterteilen. In jedem dieser Schritte geht es um das sinnliche Erleben des Weines, indem Sie sich ihm durch Sehen, Riechen, Schmecken und - ja doch - Tasten nähern. Wer will, kann natürlich gerne auch am gefüllten Glas lauschen. Wir wünschen gute Unterhaltung, geben jedoch zu bedenken, dass Wein eigentlich nur im Gärbottich auch vermittels der Ohren konsumiert werden kann. Dort freilich gebärdet er sich bisweilen als echter Radaubruder. Wen das interessiert: Vor einigen Jahren hat der österreichische Winzer Willi Opitz eine CD mit dem Titel "Sounds of Wine" herausgegeben. Eine rechte Gärbottich-Kakophonie, wie Eingeweihte behaupten ...
Das Verkosten von Wein kann erlernt werden, eine Lektion bei der das Vergnügen nicht zu kurz kommen muss.